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zu Aspekt (7): Die Ringelungsmarken im Holz

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Da die Ringelungshiebe regelmäßig bis an / auf oder in den äußersten Splint gehen (Ausnahmen bei Linden: Buch-Foto 110 g-k), führt dies im Holz der meisten Baumarten (kaum bei der Hainbuche / Foto ganz rechts; sie >zeichnet< schlecht), im Querschnitt betrachtet, fast immer zu den in Kreisen der Forst- u. Holzpraxis laienhaft oft als >Punktkrebse< oder als >Punktnekrosen< bezeichneten rundlichen Makel von bräunlicher / schwärzlicher Farbe (Kap. A 2.5).

Von jedem dieser >Punkte< geht in axialer Richtung, also im Längsschnitt betrachtet, nach oben wie unten jeweils eine spindel- oder strichförmige Verfärbung aus, in ihrer Länge stets ein vielfaches des Durchmessers vom Farbmakel. Im Querschnitt, also bei einem entsprechenden Aufschnitt des Holzes, tritt er je nach dessen Position als rundlicher bis winziger Farbnekrose-Punkt in Erscheinung. Ihre beider Position innerhalb eines Jahrringes ist (vor allem im Längsschnitt) ein guter Anhaltspunkt für den Zeitpunkt der zugrunde liegenden Ringelung während der Vegetationsphase (s. Buch-Foto 178).

Durch diese dauerhaft im Holz konservierten kleinen Spuren, deren Ursache den Holzverarbeitern kaum einmal bekannt ist, wird die Verwertbarkeit des Holzes kaum einmal beeinträchtigt; dem Baum schaden sie in keinster Weise. Nie kommt es dadurch zu einer Holzfäule. Manchmal wird ihnen bei Holzprodukten wie bspw. Dekor-Bodenbelägen das Etikett >rustikal< angeheftet; in der Tat bewirken sie ausnahmsweise ästhetische Effekte (Buch-Foto 179; „sometimes it makes a decorativ effect“ in der amerikanischen Literatur).

Anders ist es fast immer dann, wenn sich bei Laubhölzern in den mehr oder weniger frischen Hiebswunden kambiophage Insekten einnisten.

 

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