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Teil IV: Ergänzungen

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Ergänzungen aus zwischenzeitlich gewonnenen Befunden und Erkenntnissen

Betr. SPECHTRINGELUNG:

Zu ACER

Ergänzung zu meinen Angaben zum Regime der Blutungen an Ahorn: maßgebenden Einfluss hat Frost während der Nacht und auch bei Tage (s. Fußnote 6 / S. 208, 209, 219); dies ist hierzulande nicht anders als in Nordamerika / Kanada. Dabei ist in erster Linie Nachtfrost während der Blutungsphase von Bedeutung. Die dortigen >Saft-Zapfer< sprechen von „sugar weather“, zumal dann, wenn der Folgetag warm ist. Ungeachtet der baumindividuellen Unterschiede (s.S. 208) beläuft sich die Saftflußmenge (Ergiebigkeit) beim Zuckerahorn lt. STEINER (1998) auf 40-50 l je Baum und Saison; dies ist auch eine von Birken bekannte Größenordnung (s. Fußnote 10 / S. 215).

Rangstellung von Acer: Wie ich schon im Buch (A 9, S. 278-279) darlege, sind in meinen Augen Ringelungen an Ahorn-Bäumen gemessen am Baumangebot, insgesamt gesehen, sehr selten, zumal im Vergleich mit Eichen, Ulmen, Linden. Dazu sind sie unter Berücksichtigung fremder und meiner neuerlichen Befunde (2011 – heute) möglicherweise gegendweise unterschiedlich; so sind lt. E.GÜNTHER der Bergahorn zusammen mit dem Spitzahorn im Nordharz die am meisten geringelten Baumarten (s.S 277; s. seine Rezension sowie persönliche Mitteilung). Auch kommen sie manchmal örtlich und zonenweise in Mehrzahl vor (so bspw. hier bei Bietigheim); stellenweise hatte ich den Eindruck, als hätte der jeweilige Vogel die nahebei oder verstreut vorkommenden Ahorne (also unter Auslassung der anderen Gehölze wie bspw. Eschen) reihum angeflogen (ähnlicher Zustand der Vernarbung), ein möglicherweise individuelles Verhalten. Auf Grund verschiedener Anhaltspunkte bzw. Befunde komme ich immer mehr zu der Auffassung, daß das Ringeln nur von einzelnen Tieren verübt wird (situationsbedingt durch einen vom Baum ausgehenden Reiz). Überhaupt spricht für einen solchen Wesenszug der Spechtringelung als Individual-Verhalten das stellenweise höchst unterschiedliche Vorkommen geringelter Ahorne über größere Waldgebiete hinweg, wie es mir hier in der Umgebung von Bietigheim v.a.vom Bergahorn begegnet), nämlich unter Einschränkung der geringelten Bäume auf meist kleinere Zonen; analoge Gegebenheiten liegen möglicherweise auch bei der Roterle vor (s.unter Aspekt 2).

     

Die Höhe der Ringel an Ahorn-Bäumen und die Beringelungsdichte:

Bemerkenswert sind aufgrund der von mir stellenweise bis örtlich immer wieder registrierten angetroffenen Narben, v.a. am Bergahorn (weit mehr als am Spitzahorn), die folgenden 2 Befunde:

1.) Bevorzugt an arm- bis beinstarken Ahorn-Stämmchen (so auch im Anhalt die an älteren Bäumen vorgefundenen alten sodann meist sehr weitständigen Narben); sie befinden sich meist in der unteren Stammzone, d.h. in einer Höhe von (0,1) 0,2 – 1,5 (2)m, äußerst selten höher am Baum oder gar in der Baumkrone (s. hierzu die Buch-Fotos 20-22 mit Eiszapfen).

2.) Zum andern handelt es sich so gut wie immer um wenige Ringel, nicht selten sind es nur 1-2 Ringel aus einem Jahr (vgl. Buch-Foto 9); nie fand ich bisher einen Ahorn mit einer Vielzahl von Beringelungen. Dies ist keineswegs ihrer Kategorie als Bluter geschuldet. Dies zeigt schon ein Vergleich mit der Hainbuche, an der ich lange Zeit nur geringe Ringelungsgrade registrierte. Schließlich (daher ohne Foto im Buch) stieß ich an 2 Stellen im Stadtwald Rottenburg auf mehrere Exemplare mit einer ähnlich starken Beringelung über kurze bis lange Stammzonen hinweg etwa wie an den mit Fotos gezeigten Buchen (Buch-Fotos 86, 89, 97a, 167), Ulmen (Buch-Fotos 101-103) und Linden (Buch-Fotos 104, 106, 107, 110, 113), Roteichen (Buch-Fotos 149 –153), Nadelhölzern (Buch-Fotos 184, 189, 195), dies im Einklang mit der mit einer mehr als 150 Jahre zurückliegenden Angabe, wonach bei der Hainbuche „manche ganz schwach…, andere vollständig dicht (geringelt)“ waren (ALTUM 1873a,b / S.97). Man beachte auch die extrem unterschiedliche Bearbeitung von 3 Hopfenbuchen Ostrya carpinifolia (Foto 18; Näh. bei Teil III = Experiment) als ausgesprochene Bluterbaumart. Daß auch bei der Birke an manchen Bäumen eine hochgradig dichte Beringelung vorkommen kann, zeigt die Angabe aus Russland, wo eine Birke 890 Hiebsstellen je 20 cm Schaftlänge aufwies (Buch S. 97).

Gärung der Saftausflüsse an Acer:

Eine interessante weitere Eigenschaft, die möglicherweise nur den Ringelungen an Acer- Arten eigen ist: bei ihnen registrierte ich an Stämmen mit frischen Ringelstellen grundsätzlich nie eine durch Vergärung vom Saftausfluss an Ringelstellen herbeigeführte farbliche Änderung (als Ausnahme ein farblich schwacher krustiger Belag auf der Schnittfläche eines Baumstocks vom Spitzahorn = Buch-Foto 361; analog bei Birken weitgehend auch nur auf Baumstümpfen, aber immerhin an Ringelstellen schmierig-gallertige Substanz / Buch-Foto 28), all dies anders als bei Hainbuche, der Hopfenbuche oder dem Pagodenhartriegel (Buch-Foto 50). Ich mutmaße, dass dies eine Folge der für Ahorne bezeichnenden Wechselhaftigkeit des Saftausflusses ist, diurnal wie abhängig von der Witterungskonstellation, also selten länger ohne Pausen anhaltend, sodaß sich wohl nicht hinreichend genug Saft ansammelt.

 

Sonstiges

Zu Wiederbearbeitung alter Wunden (Kap A 10.2)

Zu dem auf S.313 beschriebenen Fall, dem mir bis dahin einzigen Beispiel, wo nachweislich ein Specht an einer stark geringelten älteren Linde im Mai 2010 und dann erneut 2015 (was ich zusammen mit dem Zoologen / Ornithologen Dr.Volker DORKA/ Tübingen angelegentlich eines Informationsbegangs registrierte) eine m.o.w. frische Beringelung einige seiner neuen Hiebspunkte auch in vernarbte Löcher einer vermutlich 10-20 Jahre alten Ringelung platziert hatte, wie dies Buch-Foto 106 zeigt. An meiner damals konstatierten Erklärung ist nichts zu ändern: dem Vogel dürften hierbei die alten Wundnarben den ansonsten gewählten natürlichen Furchen in der Borke ähnlich erscheinen.

Zum Konkurrenz-Verhalten ringelnder Spechte?

Beim Ringeln kommt es nach bisherigen gelegentlichen Beobachtuingen anscheinend nicht zu einem Konkurrenzverhalten; es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass ein Specht einen anderen am gleichen Baum dabei beeinflusst. Zum einen sah ich während einer stärkeren Frostphase im Februar 1992 (Buch-Fotos 20-22 mit Eiszapfen) an mehr als einem Tag gemeinsam 2 bis 3 Gr.Buntspechte an einem (gefrorenen) Ahorn beim Ringeln. Analoges gemeinschaftliches Beringeln ist vom Dreizehenspecht bekannt.

Im März 2014 traf ich, wie in Teil III beschrieben, 2 Mal jeweils 2 Spechtweibchen beim Ringeln an meiner >Hopfenbuche< an, die sich in einem Fall ohne irgend welche Anzeichen gegenseitiger Beachtung allmählich bis auf 1,5 m näher kamen. Ob die an manchen Bäumen extrem hohe Dichte von Ringelungen (s. obige Angaben mit Blick auf die Hainbuche) fallweise auf die Beringelung durch mehr als einem Vogel zur gleichen Zeit zurückgehen, ist nicht bekannt.

Zur Häufigkeit geringelter Kiefern (sichtbarer Harzfluß als Indikatior für geringelte Kiefern)

In Kap. A 12 ist des Langen und des Breiten die Häufigkeit von Ringelbäumen erörtert. Sowohl dort, als auch in meinem Kommentar zur Rezension von H.WINKLER konstatiere ich, wie fragwürdig fast alle Angaben zur Häufigkeit von Ringelbäumen unter numerischen Gesichtspunkten grundsätzlich sind und dass dies kaum anders sein kann; so gut wie „jeder Beurteilung haften Unsicherheiten“ an.

Speziell zur Häufigkeit geringelter Kiefern habe ich in der Fußnote 3 (im Buch S.377) eine örtliche Situation im nördlichen Deutschland nach Maßgabe von Kieferrn mit Harzfluß angestellt, und dabei weithin sichtbare sog. „Harzschürzen (Foto 187) bis „Hartztünche“ (Foto 188) zugrundegelegt. Da es aber unter geringelten Kiefern nach einigen meiner früheren als auch einigen neuerlichen Beobachtungen auch Exemplare gibt, bei denen lediglich unscheinbare einzelne >Harztränen< (Foto 193) vorkommen oder überhaupt kein äußerlich sichtbarer Harzaustritt in Form der genannten Bilder vorliegt bzw. „auf Dauer ganz ausbleibt“ (Foto 184, 185, 189a,b), von mir als „Versager“, genauer als „unerklärliche Fälle“ bezeichnet (s.S.246 / 4.Zeile), ist die in der oben genannten Fußnote daran geknüpfte numerische Angabe von „Abertausenden ungeringelter Objekte“ an jenem Ort spekulativ, also fragwürdig.

Zum Computer-Tomographen (im Buch CT-Bild auf S.122)

Die wichtigste wünschenswerte Analyse würde darin bestehen, dass die Flecken im Holz getrennt nach Jahrringen, d.h. geordnet nach dem Ablauf der Beringelung über ganze Jahre hinweg, für Baumteile oder gar einen ganzen Stamm aufgezeigt werden. Dies ist anscheinend technisch nicht möglich, schon deshalb, weil die Ringe bei dieser Technik nicht in der nötigen Schärfe hervortreten, d.h. nicht klar erfassbar sind, da die Erfassung auf Dichte- und nicht auf Farbunterschiede im Holz beruht.

Zur Ringelungszeit bei Bluterbaumarten und die Schlüsselrolle der kambiophagen Insekten

Die im Buch (S.289) erörterten Befunde zur Ringelungszeit bei Bluterbaumarten bedürfen folgender Ergänzung. Alle Spezies dieser Gehölzkategorie, hierzulande i.W. Acer, Betula, Carpinus, sind potentielle Wirte für die kambiophage Gallmücke Resseliella quercivora (Dengler 2004) sowie für Chyliza leptogaster, nachgewiesenermaßen an 24 Baumarten, Bluter wie Nichtbluter-Gehölzen (Dengler 1997); beide sind polyphag! Wie bei anderen Baumarten führt der Befall durch diese Insekten je nach dem Befallsgrad (in Abhängigkeit von der Anzahl der Larven) zu kleinen bis flächigen Nekrosen im kambialen Bereich (s. oben unter Ziffer 8 bzw. in Kap. A 2.6). Sieht man von den kleinsten inneren Wundstellen, etwa bis Reiskorngröße, ab, führt die Abheilung unter Bildung von Beulen und anderen Deformationen zu den als T-Krankheit (T-Krebs, im speziellen Eichenkrebs) bezeichneten Schadspuren im Holz.

Nach meinen Befunden und Analysen kommen aber solche Schäden bei beringelten Bluterbäumen grundsätzlich nicht vor. In einem näher untersuchten Fall an einem Spitzahorn (Buch-Foto 18a-f) erwies sich das Schadbild als Folge einer vom Specht im Vorfrühjahr herbeigeführten primären größeren Rindenverletzung, die allenthalben an Blutern immer wieder vorkommen. Meine bis zuletzt betriebene Nachsuche nach eindeutig von ringelungsbedingten T-Schadbildern an den Bluterbaumarten blieb erfolglos. Grund hierfür sind 2 Tatsachen:1.) Die genannten Bluter werden nur während ihrer Blutungsphase geringelt 2.) Beide Insekten schwärmen erst mit oder nach Beginn der Vegetationszeit, hier etwa ab (Anfang-)Mitte Mai. Bezeichnend ist auch, dass ich an diesen Gehölzarten weder an Ringelstellen noch an zu dieser Zeit angebrachten künstlichen Wunden eines dieser beiden Insekten angetroffen habe.

Eine Schlüsselrolle der Metabiose zwischen der Spechtringelung und den kambiophagen Insekten besteht also darin, dass mit der T-Krankheit behaftete Laubbäume, welcher Art auch immer, a) einen Beleg für die Ringelungszeit während der Vegetationszeit und b) Anhaltspunkte zur Rangstellung der Baumart als Ringelobjekt liefern.

Zur Literatur zur Ringelung an EIBEN

Ergänzend zu C.Wolf (2002) ist zu nennen: C.Wolf (2004) „Beobachtungen von Stammkrebs und Spechtringen“, in >Der Eibenfreund< Heft 11 / S.15o betr. ein Eibenvorkommen beim Schloß Prunn: „Eine Reihe stattlicher Eiben …. fast an jedem Stamm … Spechteinschläge“.

In dieser zeitschriftartigen Reihe / Cambia-Rare e.V. / Markgröningen mit jährlich einem Heft finden sich über die Angaben zu Eibenvorkommen hinaus immer wieder Hinweise und Bilder zu geringelten Eiben, zumal im IRAN, so im Heft 21 / 2015 / S.77 bzw. S.79.

Des Weiteren siehe E.Richter (2014) / AFZ 20 / S. 41-43 mit Fotos betr. Vorkommen im IRAN (Elburz-Gebirge).

Zu: Ringelbaumarten

Obwohl es unerheblich ist, wenn ein weiterer Ringelungsbeleg für ein bis dahin nicht registriertes Gehölz oder für eine bereits bekannte Ringelbaumart dazu kommt, nenne ich folgenden Zugang:

1) Zelkova serrata
Auf der Internat. Gartenausstellung 2017 in Berlin-Marzahn fand ich auf dem ca. 10 ha großen Gelände (mit wenigen Ringelbaumarten, davon sporadisch kaum mehr als ein beringelter Baum) schließlich dann noch in einem der unter dem Begriff „Internationale Gartenkabinette“ gestalteten Anlagen, im thailändischen sog. „Garden of mind” (= Garten des Geistes) an 1 der dort gepflanzten jungen Zelkoven Zelkova serrata / >Sorte< „Green Vase“ / kaum armdick, einige Ringelstellen. Ein extrem stark beringeltes Exemplar, eine ältere bereits dicke Kaukasische Zelkove ist mir aus dem Forstbotanischen Garten Hann. Münden bekannt (s. Buch-Tab.1 / Seite 314).

Des Weiteren stehen in der Passage zwischen dem Ausgang des Parkhauses und der Umfassungsmauer der Wilhelma / Stuttgart am Weg zur Eintrittskasse auf dort leicht beengtem Raum ≥ 3 geringelte Zelkoven (s.Foto).

 

2) Eschen
In wieweit der von mir in Sizilien an einer Blumen-oder Mannaesche Fraxinus ornus, die ihrer Phloemsaft-Besonderheit wegen spezielle Aufmerksamkeit verdient, entdeckte Halbringel (s.Foto bei Aspekt 2) überhaupt für diese Baumart repräsentativ ist, sei vorerst dahingestellt; alles sonstige Suchen (zunächst Jahre zuvor im Tessin) war ergebnislos geblieben. Fürs Erste liegt also eine Parallele zu unserer einheimischen Esche Fr. excelsior vor, von der ich trotz >2 Jahrzehnte langer Kontrolle unter Abertausenden von kontrollierten Bäumen nur ein einziges geringeltes Objekt hatte ausfindig machen können (Buch-Foto 64).

Ungerufen und wie gerufen stieß ich gegen Ende 2017 auf der Höhe über Bietigheim, unserem jetzigen Wohnort, bei der sog. Lug in Feld-/ Garten- und Weinberglage auf die im Foto gezeigte Gemeine Esche Fraxinus excelsior (BHD etwa 15 cm) mit sehr vielen auffälligen, leicht beulenartigen Narben, ihrer Anordnung nach hochgradig verdächtig als Folge einer Spechtringelung (Foto b+c). Der schließlich erlaubte Aufschluss des Holzes (ca. 15 Durchschnitte) bestätigte diesen Verdacht; somit ist es die 2. geringelte Esche innerhalb von etwa 25 Jahren der Nachsuche, insofern bemerkenswert. Das Schadbild (Foto b+c; beim Probestück Flechten zu 4/5 abgebürstet) weist eigenartige Besonderheiten auf. Die Beringelung liegt bei allen Probestücken nur 2 Jahre zurück. Die originären sehr weitständig, aber gleichmäßig weit verteilten Wunden, die an der Jahrringgrenze liegen, waren zweifellos nicht nach Art vom Wundtyp I (wie bei Foto 64), sondern überwiegend offensichtlich in Form von >Schmissen< in der Größe von wohl etwa 20 mm ² angebracht gewesen; es besteht eine Parallele zu dem im Buch gezeigten und dort diskutierten Spitzahorn Foto 18. Anhaltspunkte für die Beteiligung und überhaupt für das Vorkommen der Gallmücke Resselliella quercivora gab es nicht und fand ich ohnehin in der hiesigen Gegend (noch) nicht. Und das Querschnittbild sämtlicher Anschnitte (Foto d)  zeugt von einem verblüffend heftigen hypertrophen Wachstum (s. die Jahrringbreiten) im Folgejahr. Die Beringelung dürfte gegen Ende der Vegetationszeit 2015 erfolgt sein (sie liegen im dunklen Jahrring).

Foto a

Foto b

Foto c

Foto d

 

 

3) Pathologischer Saftfluß an Linde
Es bot sich hier die Gelegenheit, das Foto einer alten Linde (Näh. im Buch S.211/ Fußnote 7) mit zeitweilig eindeutig pathologischem Saftfluß (im Buch S. 217-219) aus einer alten Wunde im Nachwinter 2011 / 2012 zu zeigen, das ich aus redaktionellen Gründen nicht mehr in das Buch  / Bildband hatte einfügen können. Es ist forstbotanisch zwar unbestritten, daß Linden grundsätzlich keinen Wintersaft im Stamm führen. Doch bei Fäulnis im Holz ist dies möglich.

Betr. HACKSCHÄDEN (Kap. B, betr. Objektwahl)

an Roteichen

Im Buch fehlt die Literaturstelle von REISCH / 1974 (S. 463). Im Blick auf Fremdländer, speziell der Roteiche im Heisteralter konstatiert er, dass diese Baumart nicht nur Gegenstand von Beringelungen sei, sondern an ihr auch das „Herausreißen von Rindenfetzen“ vorkomme.

an Robinien

Im Buch fehlt die Literaturstelle von GÖHRE / 1952 / im Buch S.259 / Marg.5); dort sind Gr.BuSpecht und Schwarzspecht als „gelegentliche Robinienfeinde“ genannt; sie würden „namentlich fremdländischen … v.a. vor-und schnellwachsende Hölzern“, so auch der Robinie „vielleicht aus Übermut einzelner Stücke in der Paarung-und Brutzeit im Frühjahr und Vorsommer durch Anschlagen und Zerfetzen der Rinde („Spechtbäume“) zusetzen“, v.a. wenn die Bäume „mit bodenständigen Holzpflanzen zusammen stehen“. Dabei wird auf 3 Publikationen verwiesen: ALTUM 1880, 1881 = Forstzoologie I-III; ECKSTEIN 1897 = Forstliche Zoologie sowie HESS–BECK 1927 (5. Auflage), die aber Robinien gar nicht zum Gegenstand haben. Der Wortlaut erlaubt ohnehin den Schluß, daß es sich nicht um das Beringeln der Robinie handelte, sondern um Hackschäden.

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